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Shell Eco-marathon

Bei dem von dem Energieunternehmen Shell organisierten sogenannten Shell Eco-marathon bekommen jährlich rund 450 Studententeams die Chance, sich auf einem dem weltweit größten Effizienzwettbewerbe für Fahrzeuge zu beweisen.

Hier treffen sich Nachwuchsingenieure aus aller Welt mit ihren selbst konstruierten Fahrzeugen, um mit möglichst wenig Kraftstoff eine bestimmte Distanz zurückzulegen. Innerhalb einer Maximalzeit müssen hierbei eine vorgegebene Anzahl an Runden absolviert werden. Im Anschluss wird der Verbrauch ausgewertet und daraus ermittelt, welche Strecke das Fahrzeug mit einem Liter Kraftstoff beziehungsweise (je nach Antriebskonzept) einer Kilowattstunde zurückgelegt hätte.

Der Wettbewerb findet hierbei in verschiedenen Regionen der Welt statt. Sowohl in Amerika (Sonoma), in Asien (Singapur), als auch in Europa (London). Die Studententeams können in verschiedenen Kategorien antreten.

Prototype

In der Kategorie der Prototypen sind den Tüftlern kaum Grenzen gesetzt. Für die Fahrzeuge ist allerdings eine maximale Höhe von 1m festgelegt und es darf weder länger als 3,5m noch breiter als 1,3m sein. Das Maximalgewicht liegt in dieser Kategorie bei 140kg ohne Fahrer.

Urban Concept

Für die zweite Kategorie – Urban Concept – wird ein Fahrzeug gebaut, das einem Stadtauto ähnelt. Für jene gelten daher gewisse Regeln und Designrichtlinien, die auch für den Straßenverkehr wichtig sind: Jedes Fahrzeug muss beispielsweise mit Seitenspiegeln, einem Sicherheitsgurt, Überrollbügel, Feuerlöscher, Scheibenwischer, Gepäckraum und einer Hupe ausgestattet sein.

Des Weiteren muss die Fahrzeughöhe zwischen 1-1,3m liegen. Die Gesamtlänge hat zwischen 2,2-3,5m zu liegen und die Fahrzeugbreite darf 1,3m nicht überschreiten. Auch hier ist das Maximalgewicht begrenzt – Im Gegensatz zu den Fahrzeugen der Prototypenklasse allerdings auf maximal 225kg ohne Fahrer.

Eine weitere Besonderheit bei dem Wettbewerb der Urban Concept-Kategorie ist, dass die Autos am Ende jeder Runde einmal stoppen müssen, was die realen Bedingungen des Straßenverkehrs simulieren soll.

Antriebe

Der Antrieb der Fahrzeuge ist den Studenten in beiden Kategorien selbst überlassen. Generell lassen sich die verwendeten Motoren jedoch in Verbrennungsmotoren und Elektromotoren unterteilen.

Für die Verbrennungsmotoren stehen dabei unterschiedliche Treibstoffe zur Verfügung. Wird ein Elektromotor verwendet, kommen neben Batterien teilweise auch Brennstoffzellen zum Einsatz.

Verbrennungsmotoren Benzin
Diesel
Ethanol
Synthetischer Diesel (GTL)
Elektromotoren Batterie
Wasserstoff-Brennstoffzelle

Autonomes Fahren

Seit 2018 gibt es neben den ausschließlich verbrauchsorientierten Challenges auch eine Wettbewerbskategorie für autonom fahrende Fahrzeuge.

Hier sind verschiedene Aufgaben zu bewältigen: Unter anderem soll der Track einmal komplett autonom abgefahren werden. Liegt man hierbei nahe der, bezogen auf den Verbrauch, optimalen Rundenzeit, werden Bonuspunkte vergeben. Die anderen Aufgaben wie zum Beispiel ein Slalom-Parkour und das Einparken fordern das autonom fahrende Auto hingegen besonders in Bezug auf dessen Wegfindung. Bei jeder Fahrt muss allerdings ein Fahrer in dem Fahrzeug sitzen, um im Notfall eingreifen zu können.

Regeln

Um auf den Track oder die Teststrecke zu dürfen, muss ein Fahrzeug alle technischen Voraussetzungen und Sicherheitsbestimmungen der Veranstaltung erfüllen. Hierfür muss jedes Team mit seinem Fahrzeug eine „Technical Inspection“ bestehen. Bei erfolgreicher Abnahme erhält das Team einen Aufkleber für das Fahrzeug, der die abgeschlossene Kontrolle bestätigt und zusammen mit der Wettbewerbsnummer am Auto angebracht wird.

Sind Reparaturen oder Veränderungen im Paddock nötig, müssen die Teams hierfür eigene Materialen und Werkzeuge mitbringen. Darunter fallen z.B. Klebeband, Hebeständer, Gehörschutz, Handschuhe und Schutzbrillen. Sollte dennoch ein Teil oder das richtige Werkzeug fehlen, so ist natürlich auch die Zusammenarbeit mit anderen Teams erlaubt.

Auch die Fahrer müssen bestimmte Regeln für die Teilnahme bei dem Shell Eco-marathon beachten. Einerseits sind nur die registrierten Fahrer berechtigt, das Fahrzeug zu fahren. Neben den Anforderungen an den Fahrer, die ein effizientes Fahren erlauben, wie eine vorausschauende Fahrweise, um unnötige Richtungsänderungen zu vermeiden und das Achten auf andere Fahrzeuge, müssen die FahrerInnen der Prototypenfahrzeuge mindestens 50kg und die der Urban Concept – Fahrzeuge mindestens 70kg auf die Waage bringen. Entspricht das Fahrergewicht nicht dem Mindestgewicht, muss zusätzlicher Ballast am Auto montiert werden.

Alle Fahrer müssen außerdem einen feuerfesten Rennanzug („Onepiece“) und feuerfeste Handschuhe tragen. Des Weiteren darf unter dem Rennanzug keine synthetische Kleidung getragen werden und ein Helm ist Pflicht, um bei Unfällen optimal geschützt zu sein. Trotz der Ausrüstung, sowie den meist sehr engen Fahrgasträumen, muss der Fahrer aus Sicherheitsgründen innerhalb von 10 Sekunden aus dem Auto aussteigen können. Gerade bei hohen Temperaturen ist zusätzlich darauf zu achten, dass der Fahrer mit genügend Wasser versorgt wird und das Fahrzeug mit einer ausreichenden Belüftung ausgestattet ist.